Französischer Einfluß auf berlinisch

    Als der Französische König Ludwig XIV die Protestanten von Frankreich verboten, lädt Friedrich Wilhelm die Flüchtlinge nach Brandenburg-Preußen ein.  In 1685 wohnte 100 Hugenotten in Berlin, aber bis 1700 kam noch 4900 hinzu.  Insgesamt fast ein Fünftel der Gesamtbevölkerung in Berlin war Hugenotten.  Von 1654 bis 1700 die Einwohnerzahl stieg von 6197 auf 29.000.  Französisch bekam die Sprache der höheren Bildung, des Hofes und der Verwaltung.  Es wurde damals gesagt, „Wer nicht französisch kann, der kommt zu Hof nicht an.“  Die alte Zweisprachigkeit Niederdeutsch/Hochdeutsch war durch eine neue Zweisprachigkeit Französisch/Berlinisch abgelöst.

Beispiele noch heute in berlinisch:

Icke (berlinisch) = je moi (Französisch) = ich (deutsch)

Spiratizierung des ‚g’:  möchlich (berlinisch) = Französische Laute = möglich (deutsch)

Worten:  Awek und Kulör (berlinisch) = Avec und Couleur (Französisch)  = mit und färbe (deutsch)

Französische Endungen an deutsche Worte zu hängen:
         Kneipjee, Verstandez-vous?, Kleedage (berlinisch) = Gastwirt, verstehst du?, und Kleider (deutsch)

Französischen Wörtern einen neuen Sinn unterzulegen:
          doppelte Kurage, Manschetten (berlinisch) = Mut, Frucht (deutsch)